Interview mit Oliver Knott

Naturaquaristik und wahnsinnig schöne Unterwasserlandschaften

Oliver Knott ist hierzulande ein sehr bekannter Natuaquaristikdesigner. Und feierte internationale Erfolge auf mehreren Messen. 2003 belegte er bei dem Int. Aquatic Plant Layout Contest (AquaDesignAmano) Platz 32. 2004 gewann er sogar den Int. Aquascaping Contest (Aquatic Gardener Association). Wir haben uns mit Herrn Knott unterhalten.

die-aquaristik, David Odenthal: "Wie sind Sie zu Ihrem Beruf und Ihrer Berufung gekommen?"

 

Oliver Knott: "Ich habe 1988 als damals 16 Jähriger meine Ausbildung im Zoofachandel angetreten. Seit dieser Zeit bin ich praktisch ununterbrochen von Tieren und Fischen umgeben. Zirka 11 Jahre später war ich in der Branche ganz oben angekommen und zwar als Betriebsleiter eines Kölle-Zoo Marktes. Meine Passion galt aber schon immer den bepflanzten Aquarien und so entschloss ich mich mit meiner „Berufung“ selbstständig zu machen. Insbesondere mein alter Arbeitgeber die Kölle-Zoo Gruppe war für diesen Start sehr wertvoll. In den Hochzeiten habe ich deren Märkte als selbstständiger Aquariendesigner wöchentlich an die 40 Schauaquarien gepflegt die ich natürlich auch alle selbst eingerichtet hatte.“

 

die-aquaristik, David Odenthal: Wann haben Sie mit der Aquaristik angefangen?"

 

Oliver Knott:  „Mit ca. 8 Jahren als mein Vater eine Aquarium in mein Zimmer stellte. Die ersten Fische schwammen bald drin und auch ein großer weißer „Zwergkrallenfrosch“. So wurde er uns damals verkauft. Vielleicht war das ein Schlüsselerlebnis warum ich später mal selber im Zoofachhandel arbeiten sollte. Den der vermeidliche „Zwergkrallenfrosch“ war natürlich Keiner und entwickelte sich nach ein paar Woche zu einem handgroßen Monster und fraß den gesamten Fischbestand auf. Damals wie heute gilt eben es geht nichts über eine Fachberatung bei ausgebildeten Zoofachhändlern."

 

die-aquaristik, David Odenthal: Was fasziniert Sie so sehr an den Naturaquarien?"

 

Oliver Knott: "Die Ästhetik, das dynamische Pflanzenwachstum, tolle Farbkontraste, unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, Faszination Wasserpflanzen und vieles mehr. Einmal angefangen lassen einem solche Aquarien kaum noch los. Man muss aber auch die entsprechende Zeit und Muse aufbringen sich diesem Hobby hinzugeben."

 

die-aquaristik, David Odenthal:  Haben Sie guten Kontakt zu Takashi Amano, hat er Sie maßgeblich inspiriert?"

 

Oliver Knott:  "Ich hatte 2004 die Ehre als erster Europäer 2 Wochen bei Ihm in der Firma AquaDesign Amano ein Praktikum zu absolvieren. Unvergessen das Erlebnis mit welcher Passion und Genauigkeit dort an Naturaquarien gearbeitet wird.  Diese Liebe zum Detail und die Wertschätzung an schönen und ästhetischen Dingen sind ganz wichtige Bestandteile der Japanischen Kultur, das hat mich bis heute am meisten fasziniert und geprägt. Der Kontakt zu Takashi Amano besteht bis zum heutigen Zeitpunkt und für mich ist er mit Sicherheit der Inbegriff des perfekten Aquariendesigners."

 

die-aquaristik, David Odenthal: „Nach welchem System wählen Sie die Pflanzen aus?"

 

Oliver Knott: "Oft ist es so das ich bestimmte Aquarien (Fabrikate, Typen) einrichten darf. Danach wähle ich dann die Pflanzen. Und natürlich welche Voraussetzungen sonst noch vorhanden sind in Punkto Wasserqualität (Härte) und Technik (CO² Anlage, ect.). Bei Kunden die Ihr Aquarium selber pflegen möchten hängt die Pflanzenauswahl ganz entscheidend davon ab wie viel Zeit diese für die Pflege investieren möchten und wie viel Erfahrung die Kunden mit Pflanzenaquarien haben."

 

die-aquaristik, David Odenthal: „Besitzen Sie selber auch ein Aquarium?"

 

Oliver Knott: "Im Moment teste ich ein paar kleinere Becken in Punkto Bodengrund und Beleuchtung bei mir zu Hause. In Planung ist in den nächsten 1-2 Jahren eine kleine Aquarien Galerie die ich für Kunden öffnen möchte. Dort können diese sich hoffentlich von dem Virus „Bepflanzte Aquarien und Naturaquarien“ anstecken lassen."

 

die-aquaristik, David Odenthal: "Was sind die schlimmsten Fehler bei dem Einrichten eines Naturaquariums?"

 

Oliver Knott: "Mit den falschen Vorstellungen an das Thema gehen. Lieber klein anfangen gerade was zu viel Licht und zu schnell wachsende Pflanzen betrifft. Manche sind mit einem Wachstum der Pflanzen von bis zu 100% die Woche überfordert und geben schnell auf, da das Hobby in „Arbeit ausartet“.  Deswegen bin ich ein absoluter Verfechter von Standard-Aquarien und wie man aus diesen schöne Aquarien Pflanzenaquarien ja sogar Naturaquarien machen kann. Zum Beispiel mit Mooslandschaften und anderen einfachen Pflanzen mit geringeren Lichtbedarf. Wenn man dann dazu bereit ist kann man sich auch der Königsklasse den echten „Naturaquarien“ hingeben und dieses faszinierende Hobby ausleben."

 

die-aquaristik, David Odenthal: "Was können Sie den Aquarianern mit auf den Weg geben?"

 

Oliver Knott: "Ein Aquarium ist immer nur so schön wie es der Pfleger zulässt. Nicht das man jeden Tag an seinem Aquarium „rumfummelt“, aber regelmäßige Pflege wie Wasserwechsel, Technikkontrolle, Pflanzenrückschnitt, Scheiben reinigen usw. sind der Schlüssel zum Erfolg.  Sich einfach mal Zeit nehmen und die Arbeiten am Aquarium nicht als Belastung sehen sondern eher als Entspannungsmaßnahme vom stressigen Job."

 

die-aquaristik, David Odenthal: "Abschließend: Wie finden Sie die Idee ein Portal aufzubauen, wie die-aquaristik.de?

 

Oliver Knott: "Als Bindeglied zwischen Fachhandel und Endkunden findet ich das Konzept sehr interessant. Der Fachhandel braucht den Kunden zum überleben und der Kunden braucht den Fachhandel damit sein Hobby richtig funktioniert. Außerdem ist es wichtig dem Kunden im Internet fachlich kompetente Plattformen zu bieten. "

 

Wir bedanken uns bei Herrn Oliver Knott für das freundliche Interview.

 

Mehr Infos zu seinen Werken finden Sie unter: www.oliver-knott.com (Dieses Interview wurde ehemals von die-aquaristik geführt, die Domain hat sich zwischenzeitlich geändert.)

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