Wie Sie die Hardscape für Ihre Unterwasserlandschaft gestalten

Beim Aquascaping geht es um die harmonische Kombination organischer und anorganischer Bestandteile. Auf eindrucksvolle Weise entstehen hier Unterwasserlandschaften, die selbst ohne Fische Ästhetik und Ruhe ausstrahlen. Anfängern fällt es allerdings häufig schwer, sich in die Begriffswelt des Aquascapings hineinzufinden.

Hardscape: was ist das - Aquascaping
Hardscape beim Aquascaping

In diesem Ratgeber klären wir deshalb einmal den zentralen Begriff Hardscape. Dabei geben wir Ihnen gleich noch ein paar Impulse, von denen Sie sich bei der Verschönerung Ihres Aqariums inspirieren lassen können.

Was bedeutet „Hardscape“?

Der Begriff setzt sich aus den Worten „Hard“ und „Landscape“ zusammen. Er umfasst alle Bestandteile der Unterwasserlandschaft von fester Beschaffenheit. Das sind vor allem: 

  • Steine,
  • Hölzer,
  • Wurzeln,
  • (Einrichtungsgegenstände).

Da die meisten Aquarienbesitzer sich auf natürliche Materialien beschränken, ist der letzte Punkt hier in Klammern gesetzt. Grundsätzlich zählen aber auch sämtliche Dekorationselemente zur Hardscape.

Der Stellenwert harter Materialien im Aquascaping

Die Hardscape verleiht der Aquarienlandschaft einen Rahmen, eine Grundstruktur. Mithin ist er das wichtigste Element, wenn es um die Gestaltung einer bestimmten Themenwelt geht. Zen-Garden-, Wabi-Kusa-, El-Natural und Taiwan-Stil verdanken ihr charakteristisches Äußeres in erster Linie den festen Bestandteilen. Weiche Elemente wie Grünpflanzen und Anemonen betonen stattdessen eher. Sie verleihen dem Arrangement seinen individuellen Charakter und seine Dynamik.

Wegen der hohen Bedeutung der Hardscape für dieses Zusammenspiel haben sich viele Online-Anbieter auf den Verkauf von Hardscape-Bestandteilen spezialisiert. Dabei haben sich einige Trends etabliert, die man mittlerweile in vielen Aquarien findet. Hierzu gehören: 

Hölzer Gestein
Moorkienholz Lava
Mangrovenholz rotes Steinholz
rote Moorwurzeln Mantenstones
malaysisches Driftwood Newzeelandsstones

Was Sie bei der Zusammenstellung des Bodengrunds beachten müssen

Bodengrund für ein Aquascaping Aquarium
Bodengrund für ein Aquascaping Aquarium

Ehe wir uns im Folgenden genauer mit der Anordnung von Hölzern, Wurzeln und Steinen befassen, wenden wir uns dem Bodengrund zu. Er dient nicht nur als Fundament der Hardscape. Er stellt außerdem sicher, dass Wasserströme gut um die Pflanzen zirkulieren und Nährstoffe gut aus dem Boden aufgenommen werden können.

Im Fachhandel finden Sie Kies in vielen Farben und Größen. Hierbei gilt: je kleiner die Körnung, desto besser kann das Wasser zirkulieren. Empfehlenswert ist Kies mit einer Körnung von 0,8 bis 4 mm. Achten Sie hierbei allerdings darauf, dass im Grund keine Substanzen enthalten sind, die an das Wasser abgegeben werden.

Danach kommt die Substratschicht

Haben Sie sich für den passenden Kies entschieden, geht es an die Substratschicht. Sie befindet sich unter dem Kies auf dem Boden des Aquariums. Die Dicke der Substratschicht beträgt zwischen 0,5 und 1 cm. Darin werden später die Nährstoffe für die Aufnahme durch die Wurzeln gespeichert. Darüber hinaus erzeugt das Substrat eine saure Umgebung mit vielen Nährstoffen. Das ist wichtig für das spätere Pflanzenwachstum. 

Sie sollten bei der Verteilung des Substrats schon eine ungefähre Vorstellung haben, wo sich später die Pflanzen befinden. Verteilen Sie es hauptsächlich dort, wo sich später die Pflanzen mit den starken Wurzeln befinden. Haben Sie das Substrat ausgebreitet, verteilen Sie darüber die Kiesschicht. Es empfiehlt sich hierbei immer, den Kies von vorn nach hinten leicht ansteigend zu verteilen. Vorn sollte er 3 – 4 cm hoch sein, hinten 6 – 8 cm. An den Stellen, wo später schwere Felsbrocken aufliegen sollen, legen Sie statt Substrat einfach eine dünne Schicht aus Styropor aus. So schonen Sie das Glas des Aquariums.

 

Tipp: Bei den Produkten einiger Hersteller handelt es sich um Kombinationen aus Kies und Nährstoffmedium. Für Sie hat das den Vorteil, dass Sie auf dem Boden des Aquariums nur eine Schicht ausbreiten müssen.

Unsere Tipps zur Zusammenstellung der Hardscape

Hardscape Beispiel Seiryu Steine
Hardscape Beispiel Seiryu Steine

Die Hardscape ist die Basis ihre Aquarienwelt. Sie bestimmt, wie eindrucksvoll Pflanzen- und Tierwelt sich später entfalten. Mithin ist sie der kreative, künstlerische Teil der Gestaltung. Heute gibt es viele Wettbewerbe, bei denen Aquarienbesitzer mit wundervollen exotischen Arrangements miteinander wetteifern. Die Hardscape spielt bei diesen Wettbewerben regelmäßig eine gewichtige Rolle.

Damit auch in Ihrem Aquarium eine geschmackvolle Unterwasserwelt entsteht, haben wir Ihnen hier eine kurze Checkliste zusammengestellt. Darin finden Sie alle Dinge, die Sie beachten müssen. 

  1. Legen Sie sich die großen dominanten Bestandteile zusammen und ordnen Sie sie auf dem Substrat an (Steine, Wurzeln, Hölzer).
  2. Nutzen Sie zur Positionierung Pinsel, Scheren und Pinsel.
  3. Schließen Sie entstandene Lücken mit Bodengrund.
  4. Überprüfen Sie mit ein wenig Abstand, ob die Anordnung Ihren Vorstellungen entspricht. Wenn nicht, dann sortieren Sie Ihre Hardscape noch einmal um.
  5. Bringen Sie die Bepflanzung auf. Nutzen Sie an schwer zugänglichen Stellen eine Pinzette.
  6. Befeuchten Sie alle Oberflächen mit einer Sprühflasche.
  7. Decken Sie alle Oberflächen mit Küchenpapier oder Zeitungspapier ab. Drücken Sie es anschließend leicht an und befeuchten Sie es noch einmal.
  8. Befüllen Sie das Aquarium langsam mithilfe eines Schlauchs oder eines Eimers. Lassen Sie den Strahl dabei über ihre Hand laufen. So entstehen keine Verwirbelungen, die den Grund aufwühlen oder die Pflanzen fortspülen.
  9. Sobald das Aquarium gefüllt ist, nehmen Sie das Papier heraus. Das Wasser ist dann sofort klar.
Aquascaping - Aquarium einrichten
Aquascaping Beispiel - Iwagumi Layout mit Seiryu Steinen

Wie geht es nach dem Auffüllen des Wassers weiter?

Danach geht es dann in die Einlaufphase. Jetzt machen Sie Ihr Aquarium allmählich bereit für die Fische. Dabei ist es zunächst einmal wichtig, das Wasser von Schadstoffen wie Nitrit oder Ammoniak zu befreien, die sich aus den Festmaterialien ausgelöst haben. Führen Sie hierzu in der ersten Woche jeden zweiten Tag einen Wasserwechsel durch. Dabei können Sie ruhig 30 – 40 Prozent des Wassers tauschen. Das ist auch wegen der Pflanzen notwendig. Vor allem in der Einwachsphase sterben viele Pflanzenbestandteile ab. Sie zersetzen sich im Wasser und belasten es. Mit einem regelmäßigen Wasserwechsel beugen Sie hier vor allem dem Algenwachstum vor. 

Nach etwa 5 Tagen beginnen Sie dann mit dem Einsatz von Flüssigdünger. Das ist deshalb so wichtig, da der Boden in einem Aquascape meist zu 100 Prozent bewachsen ist und nur wenige Fische vorhanden sind. 

Der Tierbesatz erfolgt dann nach zwei bis drei Wochen. Überprüfen Sie vorher noch einmal, ob alle Wasserwerte den Richtwerten entsprechen. Ist alles in Ordnung, können Sie die ersten Bewohner in Ihr Aquarium einziehen lassen. Zuerst sollte man immer erst algenfressende Tiere wie Garnelen, Barben oder Welse einsetzen. Sie wirken dem Algenwachstum gleich von Anfang an entgegen. In den folgenden ein bis zwei Wochen wird der Filter nun auf die Ausscheidungen der Tiere kalibriert. Ist alles in Ordnung, können nach diesem Zeitraum dann auch die anderen Tiere einziehen.

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